Wie viel Zeit kostet Verwaltung wirklich? Eine ehrliche Rechnung

Von Philipp Ramsch, Entwickler von Thera X · Lesezeit ca. 4 Minuten
Sanduhr auf einem Schreibtisch neben Formularstapeln und einem geschlossenen LaptopDieses Bild wurde mit KI erzeugt.

Wenn wir Praxisinhaber fragen, wie viel Zeit sie mit Verwaltung verbringen, hören wir meist: „Geht so, ein paar Stunden die Woche.“ Wenn wir dann gemeinsam nachrechnen, sind es oft deutlich mehr. Nicht weil jemand trödelt, sondern weil sich viele kleine Handgriffe summieren, die niemand als Verwaltung wahrnimmt. Wer in der Physiotherapiepraxis Zeit sparen will, muss diese Handgriffe zuerst sichtbar machen.

Eine Beispielrechnung

Nehmen wir eine ausgedachte, aber typische Praxis: drei Therapeutinnen, eine Teilzeitkraft am Empfang, etwa 60 neue Verordnungen im Monat. Wir schätzen bewusst vorsichtig.

Tätigkeit je Vorgang Vorgänge im Monat Stunden im Monat
Verordnung prüfen und erfassen 6 Minuten 60 6,0
Terminserie anlegen, umlegen, nachtelefonieren 10 Minuten 60 10,0
Zuzahlung kassieren und quittieren 3 Minuten 60 3,0
Abrechnung vorbereiten und prüfen 5 Minuten 60 5,0
Rückfragen bei Ärzten wegen fehlerhafter Verordnungen 15 Minuten 8 2,0
Summe 26,0

Sechsundzwanzig Stunden im Monat – ohne Dokumentation, ohne Buchhaltung, ohne Personalplanung. Das sind mehr als drei volle Arbeitstage. Ihre Zahlen werden anders aussehen; die Größenordnung überrascht trotzdem fast jeden.

Die versteckten Zeitfresser

In der Tabelle fehlt, was sich schwer messen lässt. Das Suchen zum Beispiel: Wer hat die Verordnung zuletzt gehabt? Liegt der Befund im Ordner oder noch in der Kabine? Dann die Unterbrechungen. Jede Frage am Empfang, jeder Anruf mitten in einer Aufgabe kostet nicht nur die Minute für die Antwort, sondern auch die Zeit, wieder hineinzufinden. Und schließlich die Nacharbeit: eine Kürzung der Krankenkasse, die drei Monate später kommt, eine Verordnung, die nachträglich korrigiert werden muss, ein Patient, der wegen einer verpassten Frist eine neue Verordnung braucht.

Diese Arbeit taucht in keiner Zeiterfassung auf. Sie landet abends bei der Inhaberin am Küchentisch.

Wo sich wirklich sparen lässt

Hier wollen wir ehrlich sein: Software macht nicht jede Minute überflüssig. Eine Verordnung muss weiterhin jemand ansehen. Ein Patient, der seinen Termin verlegen will, ruft weiterhin an. Aber drei Dinge ändern sich spürbar.

Erstens fällt doppelte Arbeit weg. Was einmal erfasst ist, steht im Kalender, in der Zuzahlung und in der Abrechnung. Zweitens werden Fehler früher sichtbar – eine abgelaufene Frist am Empfang statt bei der Kürzung drei Monate später. Welche Fristen das sind, steht im Beitrag Fristen der Heilmittelverordnung. Drittens hört das Suchen auf. Wer hat die Verordnung? Wo ist der Befund? Diese Fragen kosten in vielen Praxen mehr Zeit als jede einzelne Aufgabe.

Was sich nicht automatisieren lässt

Genauso ehrlich: Manche Arbeit bleibt. Das Gespräch mit einer Patientin, die mit ihrer Zuzahlung nicht einverstanden ist. Die Entscheidung, ob eine Verordnung mit einem kleinen Fehler zurück zum Arzt geht. Die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Wer Ihnen verspricht, dass Software das alles übernimmt, verkauft Ihnen etwas. Gute Software schafft Ihnen Zeit für genau diese Aufgaben, statt Sie mit Tipparbeit zu binden.

Rechnen Sie selbst nach

Unsere Tabelle ist ein Beispiel. Aussagekräftig wird sie erst mit Ihren eigenen Zahlen. So gehen Sie vor:

  1. Schreiben Sie eine Woche lang am Empfang mit, wie oft welche Tätigkeit vorkommt. Strichliste genügt.
  2. Stoppen Sie jede Tätigkeit drei- bis fünfmal und nehmen Sie den Durchschnitt.
  3. Rechnen Sie auf den Monat hoch und vergleichen Sie mit Ihren Stundenkosten.

Das Ergebnis ist meist ein guter Ausgangspunkt für die Frage, ob und welche Software sich lohnt – und wo Sie zuerst ansetzen sollten.

Wohin die gewonnene Zeit gehen sollte

Eine Frage stellen wir in Gesprächen immer: Was würden Sie mit zehn Stunden mehr im Monat machen? Die Antworten sind aufschlussreich. Mehr Behandlungen, sagen die einen – bei vollen Wartelisten verständlich. Die anderen wollen endlich pünktlich nach Hause, sich um Fortbildungen kümmern oder neue Kolleginnen in Ruhe einarbeiten. Beides ist richtig. Wichtig ist nur, die Entscheidung bewusst zu treffen. Sonst füllt sich die gewonnene Zeit von selbst mit neuen Kleinigkeiten, und am Ende des Jahres fühlt sich nichts leichter an. Wer eine Software einführt, sollte deshalb vorher festlegen, woran er in einem halben Jahr den Erfolg messen will.

Unsere Meinung

Die Diskussion über Bürokratie in der Physiotherapie ist berechtigt. Vieles davon können Praxen nicht ändern – Formulare, Fristen, Prüfpflichten. Was sie ändern können, ist der Weg, auf dem sie diese Pflichten erledigen. Wir haben Thera X genau dafür gebaut: damit die vorgeschriebenen Schritte schneller gehen, nicht damit neue dazukommen.

Wenn Sie Ihre eigene Rechnung aufmachen möchten, nutzen Sie den Zeitrechner auf unserer Startseite. Und wenn Sie wissen wollen, welche der Minuten Thera X bei Ihnen einsparen würde, rechnen wir das gern mit Ihnen gemeinsam in einer Vorführung durch – mit Ihren Zahlen, nicht mit unseren.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit spart eine Praxissoftware?

Das hängt stark von den bisherigen Abläufen ab. Am meisten wird meist bei doppelter Erfassung, beim Suchen von Unterlagen und bei der Fristkontrolle gespart. Eine seriöse Zahl ergibt sich erst aus der eigenen Zeitmessung.

Welche Verwaltungsaufgaben kosten in der Physiotherapiepraxis am meisten Zeit?

In unserer Beispielrechnung sind es Terminplanung samt Telefonaten sowie das Prüfen und Erfassen von Verordnungen. Dazu kommt Nacharbeit durch Kürzungen und Rückfragen, die oft nicht erfasst wird.

Lohnt sich Software auch für eine kleine Einzelpraxis?

Oft ja, weil die Inhaberin die Verwaltung meist selbst nach Feierabend erledigt. Entscheidend ist, ob die eingesparte Zeit die monatlichen Kosten übersteigt – das lässt sich mit einer einwöchigen Strichliste gut abschätzen.

Hinweis: Die Beispielrechnung beruht auf Annahmen für eine ausgedachte Praxis und ist kein Messergebnis. Stand: 06.10.2026.

Philipp Ramsch
Über den Autor

Philipp Ramsch entwickelt in Cottbus die Praxissoftware Thera X für Physiotherapiepraxen. Fragen oder Hinweise zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns.

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