Therapiebericht in der Physiotherapie: Was hinein gehört – und was nicht

Von Philipp Ramsch, Entwickler von Thera X · Lesezeit ca. 5 Minuten
Hände eines Physiotherapeuten schreiben mit Stift auf einem Tablet neben der BehandlungsliegeDieses Bild wurde mit KI erzeugt.

Ein Therapiebericht in der Physiotherapie ist eine kurze schriftliche Rückmeldung an die verordnende Ärztin oder den verordnenden Arzt: Was wurde behandelt, wie hat sich der Befund verändert, und was ist als Nächstes sinnvoll? Klingt selbstverständlich. In der Praxis sind viele Berichte trotzdem zu lang, zu allgemein oder kommen zu spät – und landen ungelesen in der Akte.

Hände eines Physiotherapeuten schreiben mit Stift auf einem Tablet neben der BehandlungsliegeDieses Bild wurde mit KI erzeugt.
Symbolbild · mit KI erzeugt

Wann ist ein Therapiebericht fällig?

Wenn die Ärztin oder der Arzt auf der Heilmittelverordnung angekreuzt hat, dass ein Therapiebericht gewünscht ist. Dann gehört er zur Leistung und wird gesondert vergütet. Ohne Kreuz können Sie natürlich trotzdem berichten – etwa wenn sich etwas Wichtiges verändert hat oder Sie eine andere Behandlung für sinnvoller halten –, eine Vergütung gibt es dafür aber nicht.

Zeitlich gilt: Der Bericht ist dann am wertvollsten, wenn er vor der Entscheidung über eine Folgeverordnung beim Arzt ist. Ein Bericht, der zwei Wochen nach dem nächsten Arzttermin eintrifft, ändert nichts mehr.

Was muss in einem Therapiebericht stehen?

Bewährt hat sich eine feste Reihenfolge in fünf Teilen. Sie hilft beim Schreiben und beim Lesen.

  1. Anlass und Verordnung: Diagnose, Heilmittel, Anzahl der erbrachten Behandlungen, Zeitraum.
  2. Ausgangsbefund kurz: zwei bis drei messbare Werte, zum Beispiel Bewegungsausmaß, Schmerz auf der NRS-Skala, Gehstrecke oder Kraftgrad.
  3. Verlauf: was gemacht wurde und wie die Patientin darauf reagiert hat – in Sätzen, nicht als Liste von Techniken.
  4. Aktueller Stand: dieselben Messwerte wie am Anfang. Erst der Vergleich macht den Bericht wertvoll.
  5. Einschätzung und Empfehlung: weitere Behandlung ja oder nein, Heimprogramm, eventuell Abklärung in einer anderen Fachrichtung.

Ein Beispiel

So kann ein kurzer Bericht aussehen. Das Beispiel ist ausgedacht und soll nur den Aufbau zeigen:

Empfehlung: Fortsetzung mit 6 × KG, Schwerpunkt Kräftigung der Rotatorenmanschette, danach Eigenübungsprogramm.
Verordnung: KG 6 ×, Schulter rechts, behandelt vom 02.09. bis 23.09.2026.
Befund zu Beginn: Abduktion aktiv 90°, Schmerz NRS 6 bei Überkopfbewegung.
Verlauf: Schmerz nahm ab der dritten Behandlung deutlich ab, Heimübungen werden regelmäßig durchgeführt.
Befund aktuell: Abduktion aktiv 140°, Schmerz NRS 3 bei Überkopfbewegung, Kraft bei Außenrotation weiter vermindert.

Beachten Sie die Reihenfolge: Die Empfehlung steht oben. Wer nur die erste Zeile liest, weiß trotzdem, worum es geht.

Was weggelassen werden kann

Die vollständige Liste aller Techniken interessiert selten. Ebenso wenig Floskeln wie „Patient war motiviert und kooperativ“, wenn sie nichts zur Entscheidung beitragen. Auch Vermutungen über Ursachen gehören nur hinein, wenn sie für das weitere Vorgehen wichtig sind – und dann als Einschätzung gekennzeichnet. Eine Seite reicht fast immer. Wenn Sie mehr brauchen, ist der Bericht vermutlich ein Befund.

Praxistipp

Viele Ärztinnen und Ärzte lesen einen Bericht zuerst am Anfang und am Ende. Stellen Sie die Empfehlung deshalb in den ersten Absatz und die Begründung danach – so kommt das Wichtigste auch beim schnellen Lesen an.

Typische Fehler

  • Keine Messwerte: „Beweglichkeit verbessert“ ist keine Information. „Flexion von 90° auf 130°“ ist eine.
  • Andere Werte am Ende als am Anfang: Wer zu Beginn die Gehstrecke misst und am Ende den Schmerz, kann keinen Verlauf zeigen.
  • Zu spät: Der Bericht kommt nach der Entscheidung über die Folgeverordnung.
  • Fachjargon ohne Nutzen: Ärztinnen und Ärzte sind keine Physiotherapeuten. Kurze, klare Sätze kommen besser an.

Ihre eigene Vorlage in fünf Minuten

Viele Praxen arbeiten mit einer Vorlage aus dem Internet, die nicht zu ihren Patienten passt. Besser ist eine eigene, schlanke Vorlage mit genau den Feldern, die Sie wirklich füllen:

  • Kopf: Praxis, Patient (Name, Geburtsdatum), verordnende Praxis, Datum
  • Empfehlung in einem Satz – ganz oben
  • Verordnung: Heilmittel, Anzahl, Zeitraum, Diagnose bzw. Diagnosegruppe
  • Messwerte Beginn und aktuell nebeneinander, gleiche Einheiten
  • Verlauf in zwei bis vier Sätzen
  • Unterschrift der behandelnden Therapeutin

Legen Sie für häufige Diagnosen zusätzlich die passenden Messwerte fest, etwa Bewegungsausmaß bei der Schulter oder Gehstrecke beim Knie. Dann misst jede Kollegin dasselbe, und Berichte aus Ihrer Praxis sehen immer gleich aus. Das erkennen Ärztinnen und Ärzte nach einer Weile – und lesen schneller.

Schneller fertig werden

Der größte Zeitfresser ist nicht das Schreiben, sondern das Zusammensuchen. Wenn Befund und Verlaufsdokumentation sauber geführt sind, ist der Bericht in zehn Minuten erledigt. Praxissoftware hilft, indem sie Messwerte aus dem Befund übernimmt und den Verlauf vorbereitet. Den Text sollte trotzdem ein Mensch schreiben, der die Patientin kennt. Wie eine saubere Grundlage aussieht, zeigt der Beitrag zur Dokumentation in der Physiotherapie.

Und dann muss der Bericht noch zum Arzt. Per Fax ist das umständlich und datenschutzrechtlich heikel. Mit KIM geht er verschlüsselt direkt in das Praxisverwaltungssystem der Arztpraxis – sofern diese ebenfalls eine KIM-Adresse hat. In Thera X schreiben Sie den Bericht in der Akte, die Messwerte aus der Körperkarte sind schon da, und der Versand per KIM ist ab der TI-Anbindung im Dezember 2026 ein Klick. Bis dahin drucken Sie den Bericht aus der Akte.

Häufige Fragen

Was muss in einem Therapiebericht stehen?

Verordnung und Zeitraum, ein kurzer Ausgangsbefund mit Messwerten, der Verlauf, derselbe Befund zum aktuellen Stand und eine klare Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Wird der Therapiebericht vergütet?

Ja, wenn er auf der Verordnung angefordert wurde. Ohne Anforderung ist ein Bericht möglich, wird aber nicht gesondert vergütet.

Wie lang sollte ein Therapiebericht sein?

In der Regel eine Seite. Entscheidend sind messbare Vorher-nachher-Werte und eine klare Empfehlung.

Darf ich den Bericht per E-Mail schicken?

Unverschlüsselte E-Mail ist für Gesundheitsdaten ungeeignet. Sicher ist der Versand über KIM oder auf Papier.

Wer bekommt den Therapiebericht?

Die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt. Eine Kopie gehört in Ihre eigene Dokumentation, damit Sie später nachvollziehen können, was empfohlen wurde.

Quellen

Stand: 25.09.2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Abrechnungsberatung. Regelungen können sich ändern – maßgeblich sind die aktuellen Fassungen der Gesetze, Richtlinien und Verträge.

Philipp Ramsch
Über den Autor

Philipp Ramsch entwickelt in Cottbus die Praxissoftware Thera X für Physiotherapiepraxen. Fragen oder Hinweise zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns.

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